4. HE♥ART-Tour Stopp – Berlin – Katastrophe statt Entspannung

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ADAC Abschleppdienst

Wir lernen weiter, diesmal: Was wir in Zukunft definitiv nicht mehr wollen – einfach zu viel Krams im Wagen!
Wir fahren weiter, aber wie geht das ohne Kühler? Panne auf halbem Weg!
Wir gehen ans Limit: kein Schlaf, keine Zeit, kurz vor dem Kollaps.

Gut, ihr denkt euch jetzt vielleicht: Was hat das alles mit einer Kunstreise zu tun? Nunja, wir sind nach wie vor immer noch in der Testphase, nur dass unsere aktuelle Testfahrt nicht erfolgreich war – zumindest nicht nach unseren Maßstäben. Jetzt aber erstmal der Reihe nach.

Spannende Persönlichkeiten in Berlin und Potsdam

Geplant war der 4. HE♥ART-Tour Stopp in Berlin und Potsdam, dann sollte es in einem Abwasch nach Halle gehen, wo Martin mit Musik als blu12 gebucht war, am nächsten Tag gleich weiter nach Leipzig zu unserem Kindertheaterauftritt und dann im Anschluss nach Dachwig, wo Martin solistisch einen Geburtstag bespielen sollte. Eine richtige, kleine Tour also. Soweit zumindest der Plan.
Wir wollten am 10. August starten, doch entsprechend unserer Spezialität, auf den letzten Drücker noch alles fertig zu machen, startete der Motor erst am Abend. Der Wagen war brechend voll und es führte kein Weg daran vorbei, bei einem Freund in Leipzig noch schnell einige Dinge auszuladen und abzustellen.
Unser erster Stopp war direkt in Berlin. Wir trafen dort den Digitalkünstler und Creative Director Meiraj Ahmed, welcher sich bereits mit einem ziemlich coolen Werk an Maria’s Kunstprojekt „Typisch Mann“ beiteiligte. Später trafen wir spontan noch einen alten Freund, welcher gerade in Berlin lebt. Nach bestimmt fünf Jahren ohne persönlichen Kontakt hatten wir uns einiges zu erzählen. Insbesondere, da er über drei Jahre lang selbst mit sehr leichtem Gepäck auf Reisen war konnten wir interessante Gespräche über andere Kulturen und den Weg zu sich selbst führen.
Neben Berlin machten wir auch einen Zwischenstopp in Potsdam, um den Werbe- und Businessfotografen Matthias Baumbach zu unserem Podcast „Kunst trifft Dich!“ einzuladen. Wir drehten eine inspirierende Runde durch den Park Sanssouci und suchten uns einen ruhigen Platz für unseren Podcast. Die Zeit reichte nicht annähernd, um die spannenden Parallelen zwischen Werbefotografie und (Bühnen-) Kunst zu erkunden. Es lohnt sich also, in den aktuellen Podcast reinzuhören.

ZUM PODCAST

“Vanlife” und seine Herausforderungen

Die Erkenntnisse bezüglich unseres Vanausbaus waren bei diesem Stopp besonders groß. Unser „Duschen-Update“ hat wunderbar funktioniert. Statt 10l Wasser pro Person, haben wir durch die neue Duschbrause (aus der Gartenabteilung) sagenhafte 6l für uns beide gebraucht. Klar geht es auch luxuriöser, aber wenn es nur darum geht, bei wenig Wasservorrat sauber zu werden, waren wir auf jeden Fall erfolgreich. Ebenso erfolgreich war unser selfmade Fenster-Lüftungseinsatz. Der Einsatz hat erfolgreich Insekten und Regen abgehalten und uns nachts ein kühles Lüftchen ermöglicht. Auch der neue, selbstgebaute Hocker, der sowohl Abstellfläche als auch Sitzplatz in sich vereint, hat uns sehr weitergeholfen.
Eher negativ war dagegen die Menge an Equipment, welche wir – im wahrsten Sinne des Wortes – umherkutschierten. Für unseren Kindertheaterauftritt am Ende der Woche in Leipzig, waren wir mit kompletten Aufbau gebucht, entsprechend voll war unser Wagen. Unser Fazit: Übernachten mit komplettem Equipment funktioniert, ist aber für eine längere Tour eher unpraktisch.

Pleiten, Pech und Pannen?

Am Freitag sollte es dann Richtung Halle gehen, wo Martin alias blu12 mit einem Auftritt zu den 6. Giebichensteiner Sommerfilmnächten gebucht war. Mit genug Zeitpuffer ging es auf die Autobahn, doch auf halber Strecke tat es einen ordentlichen Schlag unter der Motorhaube und wir stoppten auf der nächsten Raststätte. Von außen war zunächst nichts zu sehen, der Blick unter die Motorhaube war dafür umso erschreckender: der komplette, vordere Teil der Kühlanlage – zerfetzt! Also ran ans Telefon: ADAC hilft immer.
Unser großer Zeitpuffer verpufft langsam: die restliche Tour mit insgesamt drei gebuchten Gigs an zwei Tagen steht jetzt auf der Kippe und damit natürlich auch die entsprechenden Einnahmen, welche wir nach dem Corona Lockdown dringend gebrauchen können. Eins ist klar – ohne Kühler fahren wir nirgendwo mehr hin und von der Raststätte bis Halle sind es noch fast 150km. Über eine Stunde telefonieren wir hin und her, um alles zu klären und irgendwie einen Notfallplan auszuloten. Schließlich ist unser Mitossimobil nicht nur unser Fahrzeug, sondern auch unsere Unterkunft und unser Backstage auf den meisten Auftritten. Die Zeit fließt nur so dahin und wir glauben schon nicht mehr daran, rechtzeitig in Halle für den blu12 Auftritt zu sein. Das Problem: unser Wagen müsste in eine Werkstatt transportiert werden, wo wir zudem auch das komplette Equipment in einen Mietwagen umladen könnten, da wir gleich nach Halle mit komplettem Aufbau weiter nach Leipzig müssen. Der Abschleppdienst würde dies niemals in unserem Zeitfenster schaffen.
Wir stehen also mitten im Nirgendwo auf einer Autobahnraststätte, mal schnell ein Taxi bis nach Halle nehmen? Aber was ist dann mit der Technik? Vielleicht gibt es irgendwo noch eine Autovermietung? Verdammt, es ist Freitag, 17.30 Uhr. Egal, probieren, alle Hebel in Bewegung setzen!

Alles nochmal irgendwie gut gegangen

Die rettende Idee kommt von Maria: Wir kontaktieren alle Autovermieter in der Umgebung und haben Glück: Einer ist kurz vor Feierabend noch erreichbar und bringt uns seinen letzten Wagen direkt bis auf die Raststätte. Damit fahren wir dann mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Halle. Mit gut 40 Minuten Verspätung und blanken Nerven kann das Konzert von blu12 starten. Direkt nach dem Konzert – völlig durchgeschwitzt – geht es genauso schnell wieder 150km zurück zum Rastplatz, wo unser Mitossimobil uns beherbergt. Statt Schlaf gibt es jedoch nur 3,5 Std. nervöses hin- und herdrehen, bis wir vor den ersten Sonnenstrahlen auch schon wieder auf den Beinen sind: Mietwagen zurück geben, Abschleppdienst nach Leipzig organisieren und schließlich kurz vor Ladenschluss am Samstag Vormittag sowohl den Miettransporter abholen als auch unseren Wagen in die Werkstatt bringen. Gefühlt ein halber Haushalt samt Technik wird umgeladen und auf acht Sitzplätze verteilt.

Alle Auftritte gerockt

Weiter geht es zum Kindertheaterauftritt nach Leipzig, wo wir mit Käptn Marty auf die Suche nach dem schönsten Ort der Welt gehen und die Kinder der Einschulungsfeier mit auf ein Piratenabenteuer nehmen. Unsere Aufführung kommt immerhin sehr gut an und wir dürfen uns sogar über prominante Zuschauer freuen: Axel Schulz und seine Tochter lassen es sich nicht nehmen piratenmäßig mit uns zu feiern.
Danach geht es (ebenfalls wieder mit Höchstgeschwindigkeit) zu einem Live-Musik Auftritt zurück nach Thüringen, wo Martin für musikalischen Spaß sorgt, während Maria und Samba in dem Miettransporter versuchen zur Ruhe zu kommen. Irgendwann am Sonntag Morgen dürfen wir dann endlich nach gut 36 stressigen Stunden ausgelaugt ins Bett fallen.
Immerhin positiv: Wir haben alle gebuchten Auftritte möglich gemacht, alle mit mindestens 150% absolviert und das alles – Dank dem ADAC – auch ohne Mehrkosten. Bleibt „nur“ noch die Reparatur unseres Mitossimobils, welche nun in einer Leipziger Werkstatt in Angriff genommen wird.

Nun warten wir erstmal darauf, dass unser Wagen möglichst noch bis zum nächsten Auftritt wieder einsatzbereit ist und hoffen, dass der wildgewordene Lüfterrotor nicht noch mehr Schaden als auf den ersten Blick zu sehen verursacht hat.

 

Übrigens: Wie immer gibt’s alle Details – z.B. zu unserer Super-Spardusche (und wie wir sie noch verbessern wollen) – auf unserem Patreon-Profil!

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